Da hab ich ja nochmal Glück gehabt. Den ersten gebuchten Termin seit den Corona-Maßnahmen musste ich wieder freigeben. Da ist mir in der Planung ein Fehler unterlaufen. Aber dem heutigen Testbetrieb konnte ich, trotz Wartelistenplatz, kurzfristig beiwohnen.

Aber erstmal: Um was geht's? Der Flughafen Berlin-Brandenburg "Willy Brandt" ist fast fertig. Gut, zugegeben, das hatte man vor 8 Jahren mehrmals, immer wieder um wenige Tage Wochen Monate versetzt behauptet. Bis man dann irgendwann mal gesagt hat: Besser doch erst in ein paar Jahren. Aber da steht er nun. Seit April hat er Flughafen BER seine Sicherheitsbescheinigung vom TÜV Rheinland und die Nutzungsfreigabe durch die Kreisverwaltung Dahme-Spree erhalten. Deswegen wird nach 8 Jahren Pause der Flughafen wieder fleißig getestet. Nun, konnte man sich noch zum Jahresanfang für mehrere Termine mit großen Teilnehmerzahlen einschreiben, musste im Frühling alles noch einmal abgesagt und neu angesetzt werden. Corona machte den Flughafenbetreibern einen Strich durch die Rechnung. Alle Teilnehmer konnten sich nun noch für einen einzigen Termin einschreiben, da die generelle Anzahl an Komparsen für die einzelnen Testtage reduziert werden musste.

Check-In Bereich des neuen Flughafens

Was macht man nun bei einem solchen Testtag? Ganz salopp gesagt: Wegfliegen und ankommen.
Also man fliegt nicht wirklich weg, aber man tut so. Ganz zu Anfang bekommt jeder Komparse ein Skript. Auf dem sind Name, Reisegepäck und Flüge notiert. Eigenes Gepäck muss man nicht mitbringen. Das wird gestellt, egal ob Handgepäck, Reisekoffer oder Sperrgepäck. Das schnappt man sich und dann gehts auch schon ins Terminal. Flug suchen, zum Check-in begeben, ggf. Gepäck aufgeben, Sicherheitskontrolle, ggf. Passkontrolle und dann das Boarding. Das ganze wird unter möglichst realen Bedingungen getestet, sodass man natürlich auch stets auf seinen Boarding Pass achten sollte. 😉

Um den Datenschutz einzuhalten, erhalten die Komparsen für die Testläufe Fantasie-Namen

Ist das Boarding abgeschlossen, sitzt man allerdings nicht im Air-, sondern im Reisebus. Nach einer Runde über das Flugplatzgelände landet man wieder an einem Gate und holt sich Gepäck vom Gepäckband. Danach geht es zu Runde zwei: Neuer Name, neuer Flug. Klingt einfach und unspektakulär.

Eine Ereigniskarte, die einem Fluggast ins Skript gelegt wurde

Damit möglichst viele Flughafensituationen mit dem Personal geschult und geprobt werden können, haben verschiedene Komparsen Ereigniskarten in ihrem Skript gefunden. Dort sind verschiedene Situationen beschrieben, die dem Fluggast Komparsen passieren könnten. Ein gestohlener Rucksack, der Weg zur Autovermietung oder eine verlorene Bordkarte. Mit eben diesen Ereignissen wendet sich der Komparse nun an das Flughafenpersonal um die entsprechende Reaktion für sich zu bewerten und im Feedbackbogen mit aufzunehmen. Den gibt man nach dem zweiten Durchlauf ab und damit ist der Probebetriebstag für das Personal und die Komparsen auch wieder beendet.

Der Abflugbereich vom BER. Die Geschäfte sind an vielen Stellen noch im Aufbau.

Übrigens: Wer an den automatischen Grenzkontrollen sein Ausweisdokument vorzeigt, sollte eine weiße Weste haben, die arbeiten nämlich mit den tatsächlichen Datenbanken und nicht im Probebetrieb. Oder mit anderen Worten: Wie mir auffiel, dass mein Personalausweis vor wenigen Tagen abgelaufen ist. Hier Bürgeramt-Termin-Geräusch einfügen. 😅