Das Genörgel ist groß, des Deutschen liebstes Kind, wenn es ums Meckern geht, die Deutsche Bahn hat etwas bekannt gegeben. Verspätung: Nun nicht mehr ab 6 Minuten, sondern erst ab 15 Minuten. Darüber kann man sich ja schon mal aufregen!

Aber haltet ein. Bevor ihr euch entrüstet schaut euch doch erstmal an, wovon wir eigentlich reden.

Bisher galt: Ein Zug, der maximal 5 Minuten und 59 Sekunden dem Fahrplan hinterher fuhr galt als Pünktlich. Ab der 6. Minute war er dann unpünktlich und floß auch so in die Statistik ein. Ein ausgefallener Zug war kein verspäteter Zug, landete also nicht in der Statistik.
Aber was hat es denn nun mit den 15 Minuten auf sich? Die 15 Minuten beziehen sich auf die Pünktlichkeit des Reisenden. Das bedeutet vor allem eines: Verpasste Umstiege und ausgefallene Züge werden diese Erhebung nun auch endlich beeinflussen. Das galt vorher nicht, denn es wurde nur die Pünktlichkeit der einzelnen Züge für sich allein betrachtet.

Also warum regen sich alle nochmal auf? Weil man eine realitätsferne Statistik, welche die Verspätung des Reisenden überhaupt nicht wiedergeben kann durch eine deutlich realistischere ersetzt?

Lern lesen, Alman, und beschwer dich dann.

Küsschen, Hendrik